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Leuchtturmprojekt „Rheinquartier“

GRÜRheinquartierNE besichtigen ehemaliges Güterbahnhofgelände

Jetzt ist er endgültig Vergangenheit – platt gemacht - der ehemalige Güterbahnhof. Im Jahre 1878 als Umladebahnhof errichtet und in den Jahren 1905/06 zum Güterbahnhof mit 16 Gleisen ausgebaut fristete er seit 1997 ein eher tristes Dasein. Von der Bahn verlassen wartete das Gelände fast zwanzig Jahre auf eine neue Bestimmung. Dort wo früher täglich rund 1000 Tonnen Stückgut umgeschlagen wurden, sollen zukünftig 600 bis 800 Menschen ihre Heimat finden.

Teilen müssen sie sich das Gelände mit hunderten von Mauereidechsen, Podarcis muralis. Diese unter Naturschutz stehende Eidechsenart darf und soll auch nicht ihre Heimat „Rheinquartier" verlieren. So soll auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes ein Miteinander von Mensch und Tier gefunden werden. Während für die Menschen ein Wohngebiet nach den neuesten Richtlinien entstehen soll, müssen sich die Eidechsen mit Schotterwällen begnügen. Dies wird denen allerdings auch lieber sein, sind doch die Steinwälle für sie kostenlos.
Um ein Wohnhaus zu erwerben muss man schon ganz schön tief in die Tasche greifen, aber dafür gibt es auch etwas Besonderes. Im Internet werden die Häuser bereits mit folgender Werbung angeboten. Zitat: „Den gewünschten gehobenen Anspruch und eine optimale Vereinbarkeit von Freiraum, individuellem Arbeitsumfeld und Familienleben bietet dieses Haus. Das moderne Gebäude im klassisch-puristischen Bauhausstil verfügt über insgesamt 248 Quadratmeter Wohnraum – davon ca. 27 Quadratmeter Bürofläche. Der imposante Hauskomplex besticht durch seine klare, kubische Außenform sowie eine durchdachte Raumaufteilung in eine Wohn- und Arbeitswelt. Eine geräumige Doppelgarage mit angrenzendem Geräte- und Haustechnikraum rundet das Platzangebot ab."
Gemäß Aussage des Investors gibt es jedoch auch wesentlich günstigere Wohnanlagen zu erwerben, so sei für fast jeden Geldbeutel ein passendes Objekt zu finden.
„Es ist schon interessant, dass es ohne Bebauungsplan bereits detaillierte Beschreibungen der Wohnobjekte gibt", wundert sich der Vorsitzende der GRÜNEN Stadtratsfraktion, Gerhard Schmidt. „Für den Investor bleibt zu hoffen, dass die Planung den Stadtrat überzeugt, sonst können auch bei einem „Leuchtturm" ganz schnell die Lichter ausgehen." Ein ebenso wichtiger Punkt, wie die Art der Bebauung, ist die verkehrliche Anbindung. Ein neues Wohngebiet bedarf von Anfang an einer vernünftigen verkehrlichen Erschließung, dazu gehört nach Auffassung der GRÜNEN auch eine Anbindung an den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV). Diese ist besonders wichtig, da zwischen der Wohnbebauung und der industriellen Bebauung im Süden des Geländes als Abgrenzung ein Schulungs- und Dienstleistungszentrum entstehen soll.
„Insgesamt kann man sagen, das brachliegende Gelände wird durch die geplante Art der Nutzung sicherlich aufgewertet. Doch fließt noch viel Wasser am Rheinquartier vorbei bevor es soweit ist," so Schmidt zum Abschluss.

   
© Die Grünen Lahnstein