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Lahnstein auf dem Weg zu einer „inklusiven“ Stadt?

GRÜNE wollen den Weg ebnen

Das Wort INKLUSION ist den meisten Bürgern nur in Verbindung mit der momentan praktizierten Schulpolitik geläufig. Dabei impliziert es die umfassende Teilhabe behinderter Menschen am öffentlichen Leben.

Bündnis 90/Die GRÜNEN Lahnstein möchte den Weg ebnen, um Lahnstein zu einer „inklusiven“ Stadt zu machen. Deshalb beantragten Sie jetzt die Einführung eines Beirats für Menschen mit Behinderung und die Einführung einer Koordinierungsstelle für Chancengleichheit und Inklusion innerhalb der Stadtverwaltung.

 Zwar wurde bereits im März 2009 eine UN- Menschenrechtskonvention rechtsgültig, die von der Bundesrepublik schon 2007 unterzeichnet wurde, doch fehlt es vielerorts noch immer an einer konkreten Umsetzung“, so die GRÜNE Stadträtin Jutta Niel. „In diesem Übereinkommen haben sich die unterzeichnenden Staaten verpflichtet, notwendige Maßnahmen zu treffen, die Menschen mit Behinderungen die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen,“ erläutert die engagierte Sozialpolitikerin weiter.

Wenn man sich in Lahnstein so umschaut, gibt es allein im Bereich Mobilität mit Rollstuhl oder Rollator viele Barrieren auf Plätzen, Bürgersteigen oder im Zugang zu Geschäften“, ergänzt der Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Stadtrat, Gerhard Schmidt.

 So benennt er, dass die Benutzung einer behindertengerechten Toilette im Stadtkern nur in der Stadthalle zur Verfügung steht, im Sommer die Rollstuhlrampe auf dem Salhofplatz zwischen Volksbank und Eingang Stadthalle durch Gastronomie unzugänglich gemacht wird und die Begehung des Gleises 2 auf dem Oberlahnsteiner Bahnhof für gehbehinderte Menschen nur über die Gleisanlage möglich ist.

 Dies sind nur einige konkrete Beispiele für dringenden Handlungsbedarf,“ so der GRÜNE Kommunalpolitiker Schmidt. “Inklusion umfasst natürlich noch viele Aspekte mehr.“

 Dies macht für die GRÜNEN Lahnstein ein Gremium, das sich mit diesen Belangen befasst, dringend erforderlich. Ein Beirat für Menschen mit Behinderungen soll sich unter anderem in seinen Sitzungen mit der Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen beschäftigen und dem Rat, den Entscheidungsgremien sowie den Fachverwaltungen Anregungen zur Verwirklichung sachgerechter Hilfen geben. Gemeinsam mit Kooperationspartnern könnten Maßnahmen und Projekte initiiert werden, die die Situation von Menschen mit Behinderungen noch mehr in die Öffentlichkeit bringen und/oder die Teilhabemöglichkeiten der Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben in Lahnstein verbessern.

 Ratsfrau Jutta Niel gibt ihrer Überzeugung Ausdruck, dass die Integration behinderter Menschen einer umfassenden Lösung bedürfe, deren Ausführung in die Hand der Betroffenen gehöre. Nicht zuletzt durch den demographischen Wandel bedingt werde das Thema Inklusion in naher Zukunft immer wichtiger.

 Zum Schluss merkt der Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen an: „Die Vision „inklusive“ Stadt darf nicht länger nur eine Vision bleiben. In Zukunft wird es immer mehr Nutzer von Rollstuhl oder Rollator geben. Diese Tatsache sollte eigentlich die zuständigen Gremien dazu veranlassen, für behindertengerechte Wege und barrierefreie öffentliche Einrichtungen zu sorgen.“

 

   
© Die Grünen Lahnstein