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Fracking die neue Gefahr

GRÜNE Lahnstein lehnen umstrittene Erdgasförderung ab

Der Lahnsteiner Stadtrat stimmte in seiner Juli-Sitzung einer europaweiten Ausschreibung zur Lieferung von Erdgas für Heizzwecke in städtischen Gebäuden zu. Die Verwaltung wurde ermächtigt, diese für die Lieferung von Erdgas für Heizzwecke in städtischen Gebäuden durchzuführen. Wenn keine anderen Vorgaben gemacht werden, muss das günstigste Angebot den Zuschlag erhalten.

Dem Rat des GRÜNEN Fraktionsvorsitzenden Gerhard Schmidt, bei der Ausschreibung darauf zu achten, dass kein Gas geliefert wird, was durch Fracking gewonnen bzw. gefördert wurde, stimmte der Rat, erfreulicherweise einstimmig zu.

 Warum lehnt Bündnis 90/Die GRÜNEN Lahnstein diese Art der Fördermethode ab? Beim Fracking handelt es sich um eine äußerst aufwendige Technik, die nicht nur umstritten ist, sondern auch Gefahren für Mensch und Umwelt bedeutet. Mit großem Druck wird dabei ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in bis zu 1500 m tiefe Bohrlöcher gepresst, um die Gesteinsschicht aufzubrechen. Es entstehen Risse, durch die man das Gas absaugen kann. Zumindest ein Teil der verwendeten Chemikalien verbleibt im Untergrund und kann durch die entstandenen Risse ins Grundwasser gelangen und so auch das Trinkwasser gefährden. Außerdem werden durch die Bohrung in den harten Gesteinsschichten, darin vorhandene radioaktive Elemente, Schwermetalle wie auch Quecksilber freigesetzt, die dann in die Luft entweichen können oder mit dem Gas nach oben gelangen, weswegen das Gas auch als „schmutziges Gas" bezeichnet wird.

Die in der Nachbarschaft von Frackingförderstätten wohnende Bevölkerung wird mit enormen Lärmbelästigungen zu rechnen haben. Anders als zum Beispiel in den USA gibt es in Deutschland keine weiten unbesiedelten Flächen, somit sind die potentiellen Frackingförderungsflächen in dicht besiedelten Gebieten. Wegen der unabsehbaren Gefahren für Gesundheit und Umwelt lehnen Bündnis90/die Grünen Lahnstein das Fracking ab, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jutta Niel. Fracking behindert die Förderung von Klimaschutz und Energiewende, die Menschen vor Ort müssen mit verschmutztem Trinkwasser, Lärm und Luftverschmutzung leben. Milliardengewinne für Multi-Konzerne dürfen nicht Vorrang vor Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung haben, ergänzt der GRÜNE Stadtrat Schmidt. Nur ein Umstieg auf erneuerbare Energien und Energieeinsparung können dafür sorgen, fossile Energieträger überflüssig zu machen. Auch mit Fracking ist die Gewinnung von Erdgas nicht für ewig gesichert.

   
© Die Grünen Lahnstein