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Abbau nicht so billig, sondern so sicher wie möglich

GRÜNE Lahnstein informierten sich über den Rückbaustand des AKW Mülheim-Kärlich

Auf ihrer letzten Versammlung informierten sich die Lahnsteiner GRÜNEN über den momentanen Stand des Rückbaus und die Geschichte des AKW Mülheim-Kärlich. Der seit über 40 Jahren aktive Atomkraftgegner Joachim Scheer berichtete über Vergangenes und Aktuelles rund um die Anlage.

Bereits im Jahre 1971 gab es das erste Genehmigungsverfahren zu dem im Jahre 1973 der erste Erörterungstermin stattfand. Die Erteilung der ersten Genehmigung dauerte dann weitere 2 Jahre. Zu dieser gab es dann auch die ersten Klagen. Helga Vohwinckel und Walter Thal (Lahnstein) gehörten zu den ersten Privatklägern. Diese Klagen hatten dann im Jahre 1988 vor dem Bundesverwaltungsgericht Erfolg. Leider konnte die Hauptklägerin diesen Erfolg nicht mehr miterleben.

Seit dem 9.9.1988 liegt das AKW in Mülheim-Kärlich still. Es war insgesamt nur 13 Monate am Netz. Im Jahre 2000 kommt es zum sogenannten „Atomkonsens". Es werden 11 Jahre Laufzeit auf andere AKWs übertragen und somit wird es keine Wiederinbetriebnahme des AKW Mülheim-Kärlich geben.

„Die Prozesse um das AKW Mülheim-Kärlich haben gezeigt, dass wenige Menschen ausreichen, um zum Recht zu kommen", so Joachim Scheer in seinen Ausführungen. „Wichtig ist nur, nicht nachzulassen und die Sache mit Beharrlichkeit zu verfolgen."

Seit dem Jahre 2004, also seit 10 Jahren befindet sich die Anlage in der Abbauphase. Auch der Antrag aus dem Jahre 2008, Mülheim-Kärlich als Standardlager für mittel- und schwachradioaktive Stoffe zu nutzen „ruht". Gemäß Aussage der rot/grünen Landesregierung wird das AKW Mülheim-Kärlich auch kein Zwischenlager für radioaktive Stoffe werden.

Zur Zeit steht das Genehmigungsverfahren 2b, der Abbau von Reaktor-Druckbehälter und den Dampferzeugern an. Damit wird der verstrahlte Kern der Anlage in Angriff genommen. In diesem sind 99% der noch verbleibenden Radioaktivität vorhanden. Es geht also ums „Eingemachte" und um die Frage, wie abgebaut, gelagert, verpackt, transportiert werden soll. Und über all dem schwebt die Frage: Wohin mit dem radioaktiven Abfall, der über mehrere hunderttausend Jahre sicher gelagert werden muss.

Die Versammlung schließt sich den Forderungen der Bürgerinitiativen gegen das AKW Mülheim-Kärlich an. Diese Forderungen sind:

  • Abbau nicht so billig sondern so sicher wie möglich und ohne unnötige Verzögerung
  • Vollständige und fehlerfreie Umweltverträglichkeitsprüfung
  • Genaue Angaben zu den Abbau-, Zerlege- und Dekontaminationsmaßnahmen
  • Lagerung von radioaktivem Abfall unter definierten Bedingungen nur unter der Reaktorkuppel und entsprechend verbindliche Angaben in der Genehmigung auch zu Dauer und Ort der Lagerung
  • Konditionierung und Verpackung der Abfälle in einer Form, die Änderungen in Bezug auf zukünftige Endlagerung zulässt
  • Wirksame Kontrolle des Verbleibs freigegebener Stoffe
  • Vermeidung überflüssiger Atommülltransporte
  • Keine Entlassung weiterer Anlagengelände insbesondere nicht des Kühlturms solange der Rückbau nicht zügig verläuft
  • Keine weitere Zerstückelung des Abbauverfahrens in der 3. Phase.
   
© Die Grünen Lahnstein