Intern  



   

Fukushima – 3 Jahre danach

GRÜNE Lahnstein: Atomunglück macht Energiewende unverzichtbar

gerhatd-s2Auch drei Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima Daiichi muss festgestellt werden, die Welt oder vielleicht eher die Politiker haben nichts gelernt. 1979 Harrisburg, 1986 Tschernobyl und 2011 Fukushima was muss noch passieren damit die Welt aufwacht.

Bündnis 90/ Die GRÜNEN OV Lahnstein beschäftigten sich auf ihrer letzten Sitzung genau mit diesem Thema. Anlass war der 3. Jahrestag zur Katastrophe im japanischen Fukushima.

Gerhard Schmidt der Fraktionsvorsitzende der Alternativen im Lahnsteiner Stadtrat zeigte die Zustände der Reaktorkatastrophe jetzt 36 Monate nach dem verheerenden Unglück in Japan auf. Obwohl das Unglück dort bereits Jahre zurück liegt, geht das Leiden der Menschen weiter. Drei Jahre nach dem Beben erholen sich die meisten vom Tsunami zerstörten Städte. Jetzt stehen wieder Häuser dort, wo lange nur Trümmer übrig waren. Neue Dämme und Wehre werden gebaut, um der nächsten Naturkatastrophe standzuhalten.

Aber in der Präfektur Fukushima verhindert die radioaktive Belastung vieler Gebiete einen zügigen Wiederaufbau. Auch drei Jahre nach der Dreifachkatastrophe leben weiterhin etwa 267000 Menschen in containerähnlichen Behelfsgebäuden oder anderen vorübergehendenUnterkünften. Streitereien, Handgreiflichkeiten und der Griff zum Alkohol sind in vielen Containerdörfern an der Tagesordnung.

Eine andere Form von Krankheit, die auf die Katastrophe zurückzuführen ist, sind Depressionen. Frauen, die befürchten, keine gesunden Kinder bekommen zu können, verzweifeln einer UN-Studie zufolge bis hin zum Selbstmord.

Mediziner aus der Präfektur Fukushima berichten, dass untersuchte Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, die zur Zeit des Vorfalls in der Region um den Reaktor lebten, signifikant erhöhte Raten an Schilddrüsenkrebserkrankungen aufweisen.

Fukushima ist noch immer außer Kontrolle. Tag für Tag fließt radioaktiv belastetes Wasser in den Pazifik. Von den noch nicht geborgenen Brennelementen und den Kernschmelzen geht auch weiterhin große Gefahr aus. Schätzungen zufolge wurde bis zu 100 Mal so viel radioaktive Strahlung durch Fukushima im Ozean freigesetzt wie während der gesamten Katastrophe von Tschernobyl.

Insgesamt befinden sich mittlerweile weit mehr als 300 000 Tonnen kontaminiertes Kühlwasser in Auffangbecken und Tanks vor Ort. Die riesigen Volumina, die sich mittlerweile in Fukushima angesammelt haben, bereiten internationalen Nuklearexperten im Moment mehr Kopfzerbrechen als die versiegelten Reaktorblöcke. Zurzeit besteht keine technische Möglichkeit, sie komplett von Radionukliden zu säubern und gefahrlos ins Meer abzulassen.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe versprach, den Wiederaufbau zu beschleunigen. Zugleich will er aber wieder Atomkraftwerke hochfahren. Noch sind jedoch alle 48 Reaktoren des Landes zu Sicherheitsprüfungen abgeschaltet.

Zusammenfassend muss gesagt werden:

Die Katastrophe in Fukushima veranschaulichte die allgegenwärtigen Risiken einer Atomanlage, selbst in einem westlichen Hochtechnologie-Land.

Die Atomkraft ist nicht beherrschbar. Zu dieser Aussage kommen zumindest die Lahnsteiner GRÜNEN. Nach ihrer Auffassung ist die Energiewende nicht nur machbar, sondern auch notwendig.

   
© Die Grünen Lahnstein